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2012: Fachtagung "HVHS und OHN"


Landesverband im Austausch mit Hochschulen, Erwachsenenbildung und Wirtschaft


Viele niedersächsische Heimvolkshochschulen kooperieren mit Hochschulen. Um die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren, haben sich Beteiligte und Interessierte im Februar 2012 zur Tagung „HVHS und Offene Hochschule Niedersachsen" (OHN) getroffen. Insgesamt 60 Vertreterinnen und Vertreter von Hochschulen, Erwachsenenbildung und aus Wirtschaftsverbänden des Landes kamen in der HVHS Loccum zusammen. Auch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) war vertreten.

 

75 Prozent der Bevölkerung haben Studienberechtigung

Professor Dr. Andrä Wolter zu Gast beim Nds. Landesverband der Heimvolkshochschulen
Professor Dr. Andrä Wolter

Wenn man über Kooperationen von Erwachsenenbildung und Hochschulen spricht, spricht man nicht zwangsläufig vom Modellprojekt Offene Hochschule", betonte Professor Dr. Andrä Wolter von der Humboldt-Universität Berlin in seinem einleitenden Vortrag. Die Idee zur Öffnung der Hochschulen für Nicht-AbiturientInnen habe es schon etwa ab 1920 gegeben.

 

Heute hätten durch neue rechtliche Regelungen etwa 75 Prozent der Bevölkerung eine Studienberechtigung - aber nur ganz wenige der Berechtigten wollen sie nutzen, so Wolter, Mitautor des nationalen Bildungsberichtes. Ein Studium zu beginnen, sei für viele Berufstätige eine gewaltige Veränderung. Angebote der Erwachsenenbildung könnten helfen, affektive Barrieren abzubauen.



Info

Die Power-Point-Präsentation "Zur Zusammenarbeit von Hochschulen und Erwachsenenbildung und zum Konzept der Offenen Hochschule" von Prof. Dr. Andrä Wolter finden Sie hier (PDF-Dokument).


Lob für den Landesverband von der OHN-Expertin

Silja Kirsch, Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung
Silja Kirsch, Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung

Wie hat sich die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und der Erwachsenenbildung in Niedersachsen seit 2010 entwickelt? Darüber diskutierte eine Expertenrunde, zu der neben anderen Silja Kirsch von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB) gehörte. Sie betreut die Modellprojekte der OHN und findet es sehr erfreulich, dass sich die Heimvolkshochschulen in Niedersachsen nicht durch Konkurrenzdenken blockieren, sondern zusammen Angebote erarbeitet haben - sowohl für Studierende als auch für Berufstätige, die studieren wollen.

Professorin: Heimvolkshochschulen besonders geeignet

Professorin Dr. Anke Hanft aus Oldenburg
Professorin Dr. Anke Hanft aus Oldenburg

Die Bereitschaft der Hochschulen, sich an Kooperationen zu beteiligen, sei gestiegen, sagte Dr. Anke Hanft, Professorin der Universität Oldenburg. Das Hochschulsystem müsse aber durchlässiger werden. Bis heute gebe es in Unis keine entwickelte Didaktik. Unternehmen würden deswegen nicht mit ihnen kooperieren. Einen guten Rahmen für die Vorbereitung auf ein Studium würden Heimvolkshochschulen bieten, sagte Hanft. Sie hätten die Kompetenz und die Erfahrung, Interessierten mit vielfältigen Angeboten weiterzuhelfen.

Wirtschaft fordert bessere Informationen

Dirk Lüerßen, Claudia Beckert und Dr. Thomas Südbeck
Dirk Lüerßen, Claudia Beckert und Dr. Thomas Südbeck

Auch Dirk Lüerßen, Geschäftsführer der Wachstumsregion Ems-Achse, und Claudia Beckert, Personalchefin der Aerzener Maschinenfabrik, nahmen an dem Podiumsgespräch teil, das Dr. Thomas Südbeck, Leiter der HÖB Papenburg, moderierte. Lüerßen und Beckert sehen ein großes Interesse von Unternehmen an Weiterbildung für ihre Beschäftigten. Sie vermissen aber klare Informationen und Hilfen für studierwillige Berufstätige. "Es gibt unter anderem ein Marketingproblem", meint Lüerßen.


Bilder von der Tagung "HVHS und OHN"

Fotos: A. Wulf, Text: A. Volland