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Jahrestagung 2015: Kulturelle Bildung


Best-Practise-Projekte von Heimvolkshochschulen vorgestellt

Fotoshooting als Warm-Up bei der Jahrestagung der niedersächsischen Heimvolkhochschulen 2015
Fotoshooting als Warm-Up bei der Jahrestagung 2015: Frank Bobran stellt "die Oper" dar.

Delegierte der 23 niedersächsischen Heimvolkshochschulen und Gäste aus Erwachsenenbildung und Politik haben sich am 12. und 13. März 2015 in Cloppenburg zur Jahrestagung und Mitgliederversammlung des Landesverbandes der HVHS getroffen. In der Katholischen Akademie Stapelfeld befassten sie sich vor allem mit der Kulturellen Bildung.

"In der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion spielt der Beitrag der Erwachsenenbildung zur Kulturellen Bildung bisher so gut wie keine Rolle. Dem wollen wir entgegenwirken", sagt Wolfgang Borchardt, Vorsitzender des Landesverbandes. "Denn in Niedersachsen sind gerade die Heimvolkshochschulen Lernorte, an denen sehr viele Seminare und Workshops zu Kunst, Kultur und Kreativität stattfinden - und zwar in einer besonders lebendigen Form."

Praxisbeispiele und Mitmach-Aktionen

Sieben solche erfolgreiche Angebote konnten die Teilnehmenden der Tagung bei Projektvorstellungen kennenlernen. Sie sahen zum Beispiel einen Film über ein Theaterprojekt mit 37 jungen Erwachsenen aus Deutschland, Polen und der Ukraine, in dem es um politische und soziale Situationen vor dem Ausbruch eines Kriegs ging.

 

Frank Bobran, Leiter der Bildungsstätte Bredbeck, berichtete dazu, wie dieses HVHS-Projekt unvergesslich für alle Beteiligten wurde. Heimvolkshochschulen erreichen ein besonders intensives Miteinander in den Lerngruppen. Dabei geht es in der Kulturellen Bildung auch um das Erkennen gesellschaftlicher Strukturen und um die persönliche Weiterentwicklung der Lernenden.

 

"Wer einmal an einem HVHS-Seminar teilgenommen hat, weiß, dass die Lern-Atmosphäre sehr wirkungsvoll und nachhaltig ist", versichert Borchardt. „Gerade Teilnehmende aus Kreativ-Seminaren werden deswegen nicht selten zu Stammgästen. In der HVHS treffen sie bei Workshops regelmäßig Gleichgesinnte und erweitern ihre Fähigkeiten."

Interdisziplinär und generationsübergreifend

Das Markus-Projekt der HVHS KA Stapelfeld in Cloppenburg.
Das Markus-Projekt der HVHS in Cloppenburg. (Foto: Rolfes)

Heimvolkshochschulen arbeiten interdisziplinär und fördern den Austausch der Künste und Kunstschaffenden. So entstehen Events wie das "Markusprojekt" in der Katholischen Akademie Stapelfeld im vergangenen Jahr. Auch dieses Großprojekt wurde bei der Fachtagung vorgestellt. In mehreren Blockseminaren hatten Laien und Profis mehrerer Generationen diese multikünstlerische Begegnung gestaltet. Bei den Live-Aufführungen am Ende begeisterte das Projekt nicht nur die Aktiven, sondern ein großes Publikum in Cloppenburg.

Kulturelle Bildung auch als Methode

Wolfgang Borchardt, Vorsitzender des Landesverbandes der HVHS.
Wolfgang Borchardt, Vorsitzender des Landesverbandes der HVHS.

"Kulturelle Bildung in Heimvolkshochschulen eröffnet aber auch Menschen neue Wege, die erst einmal wenig Nähe zu Kunst und Kultur mitbringen", weiß Borchardt. In Seminaren der Politischen Bildung, Familienseminaren oder beruflichen Fortbildungen bereiten Methoden der Kulturellen Bildung den Teilnehmenden Wege, sich auszudrücken und auszuprobieren.

 

Seit Jahren ist zum Beispiel ein Ansatz der HVHS Mariaspring sehr erfolgreich, den Wolfgang Borchardt selbst bei der Tagung mit Hilfe von Musiktiteln vorstellte: In Seminaren für ausländische Studierende und Deutsch-Lehrkräfte, in der interkulturellen Bildung sowie in Seminaren mit Landfrauen und Senioren werden in dieser HVHS das Lebensgefühl und die Werthaltungen der Deutschen in verschiedenen Jahrzehnten ausgehend von Schlagern und Liedern erörtert. Das Spektrum reicht von Zarah Leander bis Frida Gold und regt immer wieder lebhafte Diskussionen an.


Presseberichte zur Jahrestagung 2015