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"Stand with Ukraine"

Unterkünfte für Geflüchtete - Bildung für Frieden und Freiheit

Einige niedersächsische Heimvolkshochschulen haben Menschen aus der Ukraine bei sich aufgenommen - eine HVHS erstmal zwei, manche schon mehr als 40 Personen, oft Frauen mit ihren Kindern. Da die Heimvolkshochschulen jeweils mehrere Gebäude bewirtschaften, können die Gäste aus der Ukraine oft ein separates Haus oder einen eigenen Bereich beziehen und dort ein bisschen zur Ruhe finden. Der HVHS-Seminarbetrieb läuft weiter. Vielerorts sind spontan Veranstaltungen der Politischen Bildung ins Programm genommen worden, die sich unter verschiedenen Aspekten mit dem Krieg gegen die Ukraine befassen.

 

Auf dieser Seite finden Sie beispielhaft Informationen zur Situation in einzelnen Heimvolkshochschulen sowie Links zu den Stellungnahmen der bundesweiten Verbände.

 


Internationales Haus Sonnenberg: Schutz für fünf Familien aus der Ukraine

Das Internationale Haus Sonnenberg unterhält seit Jahrzehnten gute Beziehungen in die Ukraine. So gehörte diese HVHS zu den ersten Einrichtungen, in denen Frauen und Kinder aus dem Kriegsgebiet untergekommen sind. Das gesamte Team des Hauses hatte sich dafür ausgesprochen und eines der Gebäude für den Langzeitaufenthalt der Gäste vorbereitet. Mindestens bis zum Sommer können bis zu 20 Geflüchtete untergebracht werden. Der Seminar- und Tagungsbetrieb läuft normal weiter.

Zu einem Seminar waren noch im Dezember 2021 Deutschlehrer*innen aus der Ukraine in der HVHS. Vorher hatten sie Berlin besucht, dort Bundestagsabgeordnete getroffen und sich Schulen angesehen. Im Sonnenberg werteten sie das Projekt "Jugend debattiert“ aus und planten für 2022. Sie waren auch zu einem Gespräch über berufliche Bildung in den Berufsbildenden Schulen Goslar zu Gast. Umgekehrt waren Mitarbeitende des Internationalen Hauses Sonnenberg zuletzt im Oktober 2021 zu Besuch in der Ukraine: In Kiew und in Odessa veranstalteten sie die Tagung „Perspektive Europa“ mit Studierenden und Lehrkräften an Hochschulen und Berufsschulen.


Ludwig-Windthorst-Haus: Hilfe bei der Erstaufnahme von Geflüchteten

Über Ostern hat das Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen 38 ukrainische Geflüchtete für kurze Zeit beheimaten dürfen. Im Zuge der Erstaufnahme im Landkreis Emsland wurden sie in der HVHS untergebracht. Anschließend ging es für sie weiter in die Kommunen, in denen sie dauerhaft bleiben können. "Wir sind froh, dass wir helfen konnten und dass die Menschen, die teilweise sechs Wochen lang auf der Flucht gewesen sind, bei uns zur Ruhe kommen konnten und sich gut aufgehoben gefühlt haben", lässt das Team wissen.


GSI Niedersachsen: Junge Ukrainerinnen nehmen am internationalen Seminar teil

Stand 18. März: Im Gustav-Stresemann-Institut (GSI) in Niedersachsen, HVHS in Bad Bevensen, ist eine Familie aus der Ukraine untergebracht. Gleichzeitig nehmen neben vielen anderen jungen Erwachsenen fünf geflüchtete Ukrainerinnen an der 10-tägigen Veranstaltung "Living Diversity..." für Fachkräfte der Jugendarbeit aus sieben europäischen Ländern teil. Das GSI ist mit der Stadtverwaltung und dem Landkreis wegen möglicher Unterbringung von weiteren Menschen aus der Ukraine in Kontakt.


Haus Ohrbeck:  Seit dem 13. März "eine neue Welt im Haus"

Auf Anfrage der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, die im März viele Menschen direkt aus der Ukraine hierher in Sicherheit gebracht hat, hat Haus Ohrbeck 19 Personen aufgenommen - darunter sieben Senior*innen älter als 70 Jahre und mehrere Kinder. Im April konnte eine der Familien in eine dauerhafte Unterkunft vermittelt werden, nun sind noch 15 Ukrainerinnen und Ukrainer im Haus. Auch für sie werden Wohnungen gesucht. Drei Mitarbeiterinnen des HVHS-Teams kümmern sich derzeit besonders intensiv um die Gäste, begleiten sie unter anderem auch bei Behördengängen. Und wo nötig, haben Nachbarschaft im Ort wie auch Seminar-Teilnehmende bisher sofort gespendet und unterstützt.


Bildungsstätte Bredbeck: Besonders enge Verbindung seit 2014

Die Bildungsstätte Bredbeck, HVHS in Osterholz, verbinden Erlebnisse aus dem Sommer 2014 besonders eng mit Menschen in der Ukraine: Wegen des Angriffs auf ihre Heimatstadt Donezk konnten zehn Studierende aus der Ost-Ukraine damals nach einem Seminar in Bredbeck überraschend nicht nach Hause zurück. Sie blieben und wurden spontan in eine deutsch-polnische Gruppe integriert, die ein Theaterstück erarbeitete und öffentlich aufführte. Das Bredbecker HVHS-Team bemühte sich in  intensiv und mit viel persönlichem Einsatz um gute Lösungen für die jungen Gäste. Einige von ihnen konnten später in Deutschland ihr Studium beenden. Dazu ist unter anderem im SPIEGEL damals eine Reportage erschienen.
Die guten Verbindungen mit und in die Ukraine haben zu vielen gelungenen Begegnungen geführt - zuletzt wegen der Pandemie in Online-Seminaren. "Zwischen uns sind dreitausend Kilometer, Ausreiseverbote und weitere Einschränkungen. 16 Jugendliche aus Deutschland und der Ukraine treffen sich in einem sicheren virtuellen Raum, um sich als Teamer*innen zu qualifizieren, ihre internationalen Erfahrungen auszutauschen und trotz Pandemie und Distanz einen Einstieg in die unbekannte Kultur zu machen." Aktuell leben wieder zwei Geflüchtete aus der Ukraine in der Bildungsstätte.

Ev. Bildungszentrum Ostfriesland:  40 Frauen und Kinder wurden umsorgt

Das Ev. Bildungszentrum Ostfriesland, HVHS in Potshausen, hatte im März zunächst für 15, dann für 40 Frauen und Kinder aus der Ukraine Platz geschaffen. Sie erhielten im Bildungszentrum  nicht nur Unterkunft und Verpflegung, sondern auch viel praktische Hilfe durch das HVHS-Team und ehrenamtliche Helfer*innen aus dem Dorf. So wurde im Haus unter anderem spontan eine Kleiderkammer eingerichtet. Der Seminarbetrieb lief weiter. Seit Ende März kann der Landkreis die Menschen aus der Ukraine nun zentral unterbringen. Die HVHS bleibt als Reserve bereit.

 


Ludwig-Windthorst-Haus:  Aufzeichnung zur Situation 3 Wochen vor dem Krieg

YouTube-Tipp: Das Ludwig-Windthorst-Haus, HVHS in Lingen, hatte schon am 2. Februar zu einer digitalen Veranstaltung zur zu dem Zeitpunkt aktuellen Situation in der Ukraine und den außenpolitischen Verquickungen eingeladen. Tim Peters, Leiter des Ukraine-Büros der Konrad Adenauer Stiftung sprach aus Kiew mit LWH-Direktor Marcel Speker. Dieses auch in der Rückschau interessante Gespräch ist noch bei YouTube anzusehen.

 


Bildungszentren im ländlichen Raum: "Klar Position beziehen"


Acht der 22 niedersächsischen Heimvolkshochschulen gehören auch dem  Verband der Bildungszentren im ländlichen Raum e.V. an. Vorsitzender des Verbandes ist Stephan Haase, Leiter der niedersächsischen HVHS Evangelisches Bildungszentrum Hermannsburg. Er hat für den bundesweiten Verband eine Stellungnahme zum Krieg gegen die Ukraine veröffentlicht.



AdB-Appell: "Sich einmischen und anbieten"

Die internationale Bildungsarbeit mit jungen Menschen und mit Fachkräften ist massiv von dem Krieg betroffen. Die Kommission Europäische und Internationale Bildungsarbeit des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten e.V. hat dazu einen Appell veröffentlicht. Im AdB sind neun der 22 niedersächsischen Heimvolkshochschulen organisiert. Mehrere davon haben diesen Appell mit erarbeitet.